1924 begann hier in Bad Saarow-Pieskow die Geschichte der Caritas. Das heutige Hauptgebäude wurde 1911 als "Pädagogium Scharmützelsee" - eine Realschule mit Internat für 60 Zöglinge - erbaut. Der Ortsverband der Caritas für Berlin e.V., der bis heute Eigentümer geblieben ist, erwarb am 27. Februar 1924 das Haus mit dem herrlichen Anwesen und betrieb es damals als Kinderheim mit eigener Schulausbildung. Es wurde weiterhin eine Ausbildungsstätte für pädagogisches Personal. In der folgenden wechselnden Geschichte ab 1935, während des Nationalsozialismus sowie später dann im sogenannten Sozialismus der ehemaligen DDR durchlebte die Caritaseinrichtung eine sehr schwere Zeit mit Ausbildungsverboten sowie zeitweiliger, gänzlicher Schließung.
Mit dem wiedervereinigten Deutschland konnte auch die eigenständige Bildungsarbeit für die Region Brandenburg und Berlin wieder neu aufgebaut werden. So wurde 1994 der Verein der Heimbildungsstätte der Caritas gegründet, 1996 erfolgte die landesseitige Anerkennung als Weiterbildungseinrichtung und so stellt sich das Caritas-Bildungshaus den Herausforderungen der neuen Zeit in Kirche und Gesellschaft.
Vortrag über Bad Saarow
Bad Saarow-Pieskow, am nördlichen Ufer des Scharmützelsees gelegen, erhielt 1998 die offizielle staatliche Anerkennung als Moor- und Soleheilbad. Die 1996 eröffnete Catharinenquelle, die aus 600 Metern Tiefe Thermalsolewasser fördert und die neue moderne Saarow-Therme sind dafür gute Voraussetzungen. Nachdem Fontane noch 1881 den beiden kleinen Gutsdörfern "nur Einsamkeit und Stille" attestierte, kaufte 1905 die Landbank AG Berlin die Güter auf und errichtete darauf eine Villensiedlung. Industrielle und Beamte erwarben die Grundstücke.
1911/12 wurden Moorvorkommen entdeckt und 1927 die chlor- und kalziumhaltige Solequelle erschlossen. Wo sich schon von 1922 bis 1923 Maxim Gorki von seinem Lungenleiden kurieren ließ, die UFA-Schauspieler Käthe Dorsch, Harry Liedke und Anny Ondra, die 1933 den Boxweltmeister Max Schmeling in der Saarower Kirche heiratete, die Künstler Wilhelm Wagner, Wilhelm Kohlhoff und Joseph Thorak, der Regisseur und Schauspieler Victor de Kowa und der Komponist und Dirigent Wilhelm Furtwängler aufhielten, ist heute der Aufbruch überall spürbar.
Der jüngste brandenburgische Kurort will mit seinen 4.000 Einwohnern an die blühenden 20er und 30er Jahre anknüpfen.